Über KI wird entweder geschwärmt oder gewarnt. Beides hilft niemandem, der morgens ein Postfach öffnet und einen Tag vor sich hat. Deshalb steht hier, was bei uns wirklich passiert, ohne Übertreibung.
Was ein Assistent bei uns übernimmt
- Das Wiederkehrende. Sicherungen prüfen, Protokolle lesen, Zustände melden, Zahlen zusammentragen. Das läuft nachts und meldet sich nur, wenn etwas nicht stimmt.
- Den ersten Entwurf. Ein Text, eine Seite, ein Ablauf. Nicht fertig, aber weit genug, dass man damit arbeiten kann statt vor einem leeren Blatt zu sitzen.
- Das Nachschlagen. Wo steht das im Code, warum wurde das so entschieden, was hängt an dieser Änderung. In gewachsenen Systemen ist das die halbe Arbeit.
- Das Ausführen unter Aufsicht. Eine Änderung bauen, eine Vorschau bereitstellen, Protokolle prüfen. Die Abnahme bleibt beim Menschen.
Womit wir arbeiten
Für Arbeit am Code nutzen wir Claude Code. Der Vorteil gegenüber einem Chatfenster liegt darin, dass der Assistent im Projekt arbeitet: lesen, ändern, bauen, prüfen. Für Texte, Recherche und schnelles Sortieren nutzen wir daneben gängige Chat-Assistenten wie ChatGPT.
Für Kunden, die selbst entwickeln, geht es noch einen Schritt weiter: Ihr eigener Assistent kann über einen MCP-Zugang unseren Hosting-Bereich bedienen, ausrollen, Protokolle lesen, Domains verbinden. Nur in ihrem Bereich. Wie das abgesichert ist, steht in API und MCP.
Wo wir bremsen
Ein Assistent ist schnell, und Schnelligkeit ist beim Löschen keine Tugend. Unsere Regeln:
- Nichts wird ohne Rückweg geändert. Vorher sichern, danach prüfen.
- Kein Zugriff auf Systeme, die nicht zum Auftrag gehören.
- Änderungen an Kundensystemen laufen über eine Vorschau, nie direkt.
- Was ein Mensch entscheiden muss, entscheidet ein Mensch: Preise, Zusagen, Kündigungen, alles mit Außenwirkung.
- Jede Sitzung hinterlässt eine Spur, die man nachlesen kann.
Was es an einem Tag ausmacht
Der Effekt ist nicht, dass doppelt so viel entsteht. Der Effekt ist, dass die Arbeit anders verteilt ist. Der Morgen beginnt nicht mit dem Prüfen, ob nachts alles lief, sondern mit der Entscheidung, was heute wichtig ist. Der Nachmittag geht nicht für das Zusammensuchen von Informationen drauf.
Für einen kleinen Betrieb ist das der Unterschied zwischen Verwalten und Vorankommen. Wer das strukturell angehen will, findet den Rahmen dafür in Struktur statt Stress.
Was ein Assistent nicht kann
Er weiß nicht, was dir wichtig ist. Er kann keine Verantwortung tragen. Er klärt keinen unklaren Ablauf, sondern beschleunigt ihn nur. Und er ersetzt kein Gespräch, in dem Vertrauen entsteht.
Deshalb gilt bei uns dieselbe Linie wie bei allem anderen: Ein System darf vorschlagen, vorbereiten und ausführen. Entscheiden darf ein Mensch.
Wie du anfängst, ohne dich zu verrennen
- Nimm eine Aufgabe, die sich jede Woche wiederholt und deren Ergebnis du prüfen kannst.
- Lass sie vier Wochen laufen und vergleiche, was danach anders ist.
- Erweitere erst dann, und lege die Grenze vorher fest, nicht hinterher.
So wird aus einem Werkzeug eine Entlastung und kein weiteres Projekt.


